Bindungsangst: Anzeichen & Ursachen

zwei hände mit tattos Käfig und vogel

Was ist Beziehungsangst?

Beziehungen bewegen sich auf einem Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz.

Als Menschen benötigen wir beide Pole: Wir brauchen Zuneigung, Geborgenheit, Sicherheit und Vertrauen zu unseren Partnern und Mitmenschen. Gleichmaßen benötigen wir aber auch Raum für uns. Unabhängigkeit, Autonomie und Selbstbestimmung sind hier die Schlagwörter. Idealerweise sind Menschen in der Lage, auf dem Spannungsfeld zwischen Nähe und Distanz eine gute Balance zu finden und flexibel mit den jeweiligen Bedürfnissen des Partners umgehen zu können.

Wenn das Bedürfnis nach Nähe oder Distanz jedoch rigide und unflexibel ist, dann kann man von Beziehungsangst sprechen. Dies ist aber kein pathologisches Krankheitsbild. Beziehungsfähigkeit lässt sich erlernen und stärken, weil wir als Erwachsene Strategien erlernen können, Bindungsangst hinter uns zu lassen. Als erfahrener Coach und Therapeutin möchte ich Ihnen mit diesem Beitrag helfen Bindungsangst besser zu verstehen.

Welche Bindungstypen gibt es?

Primär wird zwischen drei Bindungstypen unterschieden.

Der Ängstliche Beziehungstyp: Benötigt viel Nähe und Bestätigung vom Partner und lebt in ständiger Angst, nicht genug geliebt zu werden. Hier spricht man auch von passiver Bindungsangst.

Der Vermeidende Bindungstyp: Sieht Intimität und Nähe als eine Bedrohung für seine Freiheit. Umgangssprachlich auch aktive Bindungsangst genannt.

Der Sichere Bindungstyp: Kann mit beiden Bedürfnissen nach Nähe und Distanz angemessen umgehen.

Der ängstliche und vermeidende Beziehungstypen treffen sich oft. Das liegt zum einen daran, dass der sichere Bindungstyp weg vom Markt ist und sollte er Single sein, nicht lange suchen muss, weil er sich leicht auf einen Menschen einlassen kann.

Auch ergänzen sich Menschen mit aktiver und passiver Bindungsangst gut: der Vermeider erhält Anerkennung vom Ängstlichen. Er hat genau jene Eigenschaften die dem ängstlichen fehlen: Er strahlt Selbstvertrauen, Durchsetzungsvermögen und Kraft aus. Das sind für den ängstlichen attraktive Eigenschaften. Der ängstliche wiederum, kann gut in seinen Bemühungen um Liebe aufgehen, da der Vermeidende immer wieder in die Distanz geht.

Circa 20 bis 30 Prozent der Menschen lassen sich als ängstlich oder vermeidend kategorisieren. Je nach Grad der Bindungsangst, bleiben manche ewige Singles oder in de Anbahnungsphase hängen, andere wiederum haben lange Beziehungen und heiraten.

Anzeichen und Symptome von Bindungsangst

Anzeichen und Symptome sind individuell und nicht alles muss auf jeden zutreffen. Dennoch gibt es typischerweise gewisse Merkmale die auf Bindungsangst schließen lassen. Betroffene empfinden ihre Beziehung oft als lauwarm oder wie ein Wechselbad der Gefühle. Andere kommen nie über die Verliebtheitsphase hinaus.

20 Anzeichen für passive Bindungsangst des ängstliche Beziehungstyps

  1. Benötigt viel körperliche und emotionale Nähe
  2. Lebt in ständiger Angst, dass der Partner weniger Nähe braucht.
  3. Gerät bei den kleinsten Stimmungsschwankungen in Panik
  4. Nimmt das Verhalten des Partners sehr persönlich
  5. Idealisiert und vergöttert den Partner
  6. Tut alles, um es dem Partner recht zu machen
  7. Grübelt viel über die Beziehung nach
  8. Investiert viel Zeit und Energie in die Beziehung
  9. Findet keine oder nur wenig Sicherheit in der Beziehung
  10. Erlebt sich als abhängig von der Liebe des Partners
  11. Ist ständig von der Angst begleitet vom Partner verlassen zu werden
  12. Definiert sich und seinen Wert über die Beziehung

Und verhält sich in Beziehungen unbewusst oft wie folgt:

  1. Klammert
  2. Jammert und schmollt
  3. Fordert Aufmerksamkeit durch Drama
  4. Reagiert sehr eifersüchtig oder versucht den Partner eifersüchtig zu machen
  5. Fordert häufig Liebesbeweise ein
  6. Versucht den Partner nah an sich zu binden
  7. Rennt dem Partner hinterher, wenn dieser Abstand sucht
  8. Reagiert mit Liebesentzug und Protestverhalten

26 Anzeichen für aktive Bindungsangst des vermeidende Beziehungstyps

  1. Ist am liebsten unabhängig
  2. Verliebt sich in Menschen die nicht verfügbar sind und vermeidet so Beziehungen
  3. Zweifelt an der Beziehung, sobald sie sicher erscheint und sucht nach vermeidlichen Charakterschwächen des Partners
  4. Denkt oft über Trennung nach
  5. Findet banale Gründe, um sich zu trennen
  6. Fällt dem plötzlichen Gefühlstod zum Opfer
  7. Hält den Partner auf Abstand
  8. Spürt sich und die Bedürfnisse des Partners wenig
  9. Ist für den Partner emotional nicht sehr zugänglich
  10. Möchte sich unter keinen Umständen vom Partner kontrolliert fühlen
  11. Hat in der Beziehung die Kontrolle über Nähe und Distanz
  12. Sorgt sich nicht groß um die Partnerschaft
  13. Vom Partner abgelehnt zu werden tangiert ihn wenig
  14. Zweifelt oft an der Beziehung, idealisiert vergangene Beziehungen

Und verhält sich unbewusst oft wie folgt:

  1. Sucht den perfekten Partner
  2. Flüchtet sich in Arbeit oder Freizeitaktivitäten
  3. Zeigt wenig Verbindlichkeit und hat wenig Interesse an gemeinsamen Aktivitäten
  4. Vermeidet es über die Zukunft zu sprechen
  5. Scheut es Verpflichtungen einzugehen
  6. Zieht sich zurück, wenn die Beziehung gut läuft um zu viel Nähe zu vermeiden
  7. Sendet ambivalente Signale, die Beziehung betreffend aus
  8. Neigt zu Seitensprüngen
  9. Verliert das Interesse für Sexualität in der Partnerschaft
  10. Ist wenig präsent, wenn es um emotionale Themen geht
  11. Setzt sich ungern mit den Belangen des Partners auseinander und schaltet auf Durchzug
  12. Hat lange Zeit gar keine Beziehungen oder nur kurze Beziehungen, ist als chronischer Single bekannt
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Bindungsangst in der Kennenlernphase

In der Kennenlernphase, schweben beide oft im 7. Himmel. Meist zeigen sich die Unterschiede erst nach der Verliebtheitsphase, wenn es darum geht eine tiefe Verbindung einzugehen.

Während der ängstliche Typ dann versucht, den Partner weiter an sich zu binden, versucht der vermeidende Typ wieder mehr Unabhängigkeit zu erlangen. Die ständige Nähe engt ihn ein. Je mehr der Ängstliche dem Vermeidenden hinterherläuft, desto mehr distanziert sich dieser. Ein Teufelskreis der beide unglücklich macht und auch zu Trennung führen kann.

Letztendlich vereint die beiden das gleiche Thema: sie leiden unter einem schwachen Selbstwert. Beide haben Angst, vom anderen abgelehnt zu werden. Der Ängstliche versucht dieser Ablehnung entgegenzuwirken, indem er Liebesbeweise einfordert und sich so besser fühlt. Der Vermeidende versucht es, indem er sich nie ganz zeigt und so auch nicht wirklich zurückgewiesen werden kann. Er flüchtet lieber und trägt die tiefe Überzeugung in sich, die Beziehung nicht mitgestalten zu dürfen.

Bindungsangst bei Männern

Männer neigen eher zu aktiver Bindungsangst. In der Anfangsphase lassen sie Nähe zu, jedoch kühlt das Verlangen nach Nähe meist dann ab, sobald sie sich in der Beziehung sicher fühlen und das Gefühl haben sie können dem Partner nicht mehr entkommen.

Sie tun sich schwer damit sich einer Beziehung hinzugeben und sich langfristig zu committen. Flucht in Arbeit, Hobbys , Seitensprünge und wechselnde Affären sind hier typisch. Lesen Sie einen Erfahrungsbericht eines Betoffenen. 

Bindungsangst bei Frauen

Frauen tendieren eher dazu, passiv bindungsängstliche Verhaltensweisen an den Tag zu legen. Sie fühlen sich oft stark abhängig und passen sich den Bedürfnissen des Partners voll an. Dennoch gibt es auch viele Frauen die zu den aktiven Bindungsverweigerern gehören. Unbewusst geschieht dies beispielsweise, indem sie ihre Erwartungen an Beziehung, Nähe und Intimität extrem hochstecken, sich in Männer verlieben die verheiratet sind, im Ausland leben oder sehr karriereorientiert sind. Gleichzeitig wünschen sie sich natürlich auch eine enge Beziehung, was zu großem Leidensdruck führen kann. Lesen Sie hier, ob Sie Ihr Singsdasein vielleicht auch etwas mit Ihrer versteckten Anspruchshaltung zu tun hat. 

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Welche Ursachen hat Bindungsangst ? 9 mögliche Gründe

Die Ursachen für Bindungsangst sind facettenreich. Individuelle Faktoren und Eigenschaften spielen genauso eine Rolle wie Ur-Erfahrungen in der Kindheit. 

1.Erste Beziehungserfahrungen

Als Säuglinge und Kleinkinder sind wir stark von der elterlichen Fürsorge abhängig. Wenn Eltern diese Rolle gut ausfüllen und sich liebevoll und hingebungsvoll dem Kind zu wenden, dann können Kinder Urvertrauen entwickeln. Das Kind fühlt sich sicher, geborgen und geschützt.

Das fördert das Vertrauen in sich selbst und die Umwelt. Wenn Eltern hingegen die Bedürfnisse des Kindes nicht ausreichend erfüllen können, überfordert sind oder kein ausreichendes Gespür dafür entwickeln, was das Kind braucht, so kann dies zu Störungen des Ur-Vertrauens führen.

Ist das Ur-Vertrauen gestört, kann ein Kind keine sichere Bindung zu den Eltern aufbauen. Dies führt zu innerer Unsicherheit und dem Gefühl, sich nicht auf andere verlassen zu können. Dadurch entsteht unterbewusst ein Misstrauen. Das macht es Betroffenen als Erwachsene schwer, Vertrauen zu andern zu fassen. Doch gerade Vertrauen ist die Grundlage, um sich auf eine Beziehung einlassen zu können.

2. Eltern als Vorbilder

Kinder lernen am Model der Eltern. Sie empfinden das, was die Eltern tun, sagen und vermitteln als normal und wahr, denn sie verfügen noch nicht über ausreichend kognitive Fähigkeiten, um Unterschiede zu sehen und sich eigene Urteile zu bilden. Eltern und nahe Bezugspersonen prägen so unmittelbar die Art und Weise wie Kinder Beziehung erleben. Wenn die Stimmung im Elternhaus erdrückend war, es viele Spannungen und Streitereien gab, sich die Eltern vielleicht getrennt haben, so kann dies zu Bindungsängsten führen.

3. Nähe

Wenn das Elternhaus dazu neigt Kinder überzubehüten, dann kann dies auch zu Unsicherheiten in den späteren Partnerschaften führen. Wenn Eltern ihren Kindern wenig zutrauen, sich viel sorgen und sie vor äußeren Einflüssen und schmerzhaften Erfahrungen schützen möchten, kann es sein, dass Kinder diese Art der Liebe als erdrückend empfinden.

Als Erwachsene neigen sie dann in Partnerschaften dazu, ihre Freiheit und Autonomie zu verteidigen und vermeiden enge Beziehungen. Eine andere Variante wäre, genau den Schutz, den sie im Elternhaus erfahren haben, in einer Partnerschaft zu suchen und zu anklammernden Verhalten zu greifen. Beide Strategien sind ungünstig für eine stabile Partnerschaft.

4. Distanz

Auch eine sehr distanzierte Erziehung hinterlässt Spuren. Wenn die Bezugspersonen nicht oder nicht ausreichend auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen können, wenig präsent sind und dominantes Verhalten an den Tag legen, lernen Kinder unbewusst, sich anzupassen, und ihre Gefühle und Bedürfnisse zu unterdrücken.

Auch das kann zu Bindungsängsten führen, denn Kinder lernen so unterbewusst, dass ihre Wünsche in einer Beziehung nicht wichtig sind und vermeiden dann ebendiese. Eine andere Variante wäre es, sich beim späteren Beziehungspartner die Nähe einzufordern, die sie als Kind nie erfahren durften und beispielsweise zu klammernden und eifersüchtigen Verhalten zu neigen.

5. Angst vor Trennung

Starke Verlustangst kann auch dazu führen, dass Menschen sich nicht auf eine Partnerschaft einlassen. Der Gedanke den anderen verlieren zu können, verlassen zu werden ist stark angstbesetzt. Betroffenen haben das Gefühl, eine Trennung nicht überleben zu können und ihr völlig hilflos ausgeliefert zu sein. Um genau das zu vermeiden, lassen sie sich oft lieber gar nicht erst auf Partnerschaften ein.

6. Vergangene Verletzungen

Die Beziehungserfahrung, die sie als Erwachsene gemacht haben können ebenso Bindungsängste hervorrufen: Wer immer wieder Ablehnung von Partnern erfährt, toxische Beziehungen erlebt hat, mit Untreue in der Partnerschaft zu kämpfen hatte und schwere Trennungen durchmachen musste, verinnerlicht irgendwann, dass Liebe mehr Schmerz als Leichtigkeit beschert und wendet sich von Beziehungen ab.

7. Geringes Selbstwertgefühl

Viele Menschen, empfinden sich selbst nicht als liebenswert und sind überzeugt dass, das was sie zu bieten haben, nicht gesucht wird. Wer sich selbst gegenüber abwertend ist und sich mit seinen Stärken und Schwächen nicht akzeptiert, der geht auch automatisch davon aus, dass andere ihn nicht lieben können.

8. Optionen, Optionen

Ob auch äußere Umweltfaktoren zu Bindungsängsten beitragen, darüber lässt sich streiten. Dennoch ist es nicht ganz von der Hand zu weisen, dass die Vielfalt der heutigen Optionen, auch etwas mit unserem Bindungsverhalten macht. Die Medien vermitteln uns ständig, dass die Äpfel in Nachbars Garten besser schmecken. Warum sich also festlegen, wenn es doch so viele süße Apfel gibt.

9. Perfektionismus

Eng verbunden mit Punkt 9 ist der innere Drang Perfektion zu erlangen. Auch hier gaukeln uns die Medien und Instagram vor, dass das ohne große Anstrengung möglich ist. Wer den perfekten Partner sucht, wird lange und meist vergebens suchen und der Gedanke, dass vielleicht doch noch etwas Besseres kommt, hindert daran sich wirklich tief auf jemanden einzulassen.

Wenn Sie merken, dass Ihr Bindungsverhalten ihre Beziehung belastet oder es nie zu stabilen Partnerschaften kommt, lohnt es sich den Ursachen ihrer Bindungsangst auf den Grund zu gehen. Gerne unterstütze ich Sie dabei, mit einer Therapie oder einem Coaching in München.

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Haben Bindungsängstliche Menschen Gefühle?

Die meisten bindungsängstlichen Vermeider sehnen sich nach Nähe und Intimität. Sie sind in der Anfangsphase durchaus in der Lage starke Gefühle zu haben. Wird es eng und die Beziehung ernster, flauen die Gefühle oftmals ab. Sie fragen sich dann, ob sie mit diesem Partner wirklich glücklich werden können, oder ob es vielleicht doch jemanden gibt der noch besser passen würde.

Bindungsängstliche Vermeider zweifeln stark daran, ob der Partner der richtige ist und ob sie mit seinen vermeintlichen Charakterschwächen leben können. Sie suchen das Haar in der Suppe. Wer stark zweifelt der beeinflusst auch seine eigene Gefühlswelt.

Andere wiederum verspüren einen starken Wunsch nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit und philosophieren gerne über die Frage, ob Sie wirklich eine Beziehung brauchen um glücklich zu sein und ob Liebe es tatsächlich wert ist, sich persönlich so einzuschränken. Dies wird verstärkt durch die Tatsache, dass sie den Partner nicht oder nur wenig vermissen, wenn er nicht da ist. Sie leben nach dem Motto aus den Augen, aus dem Sinn und beschäftigen sich gedanklich nicht mit der Partnerschaft, wenn sie alleine sind.

Bindungsängstliche Vermeider tun sich oftmals grundsätzlich schwer damit zu fühlen. Stattdessen argumentieren sie. Leider oftmals gegen den Partner. Dabei verwechseln sie Gedanken und rationale Argumentationen mit Gefühlen. Wer sich Dinge schlecht-argumentiert, hat wenig Raum sich wirklich mit seiner Gefühlslage auseinander zu setzen. Gleichzeitig ist es nur natürlich, negative Gefühle zu empfinden, wenn der Partner durch eine negative Brille gesehen wird.

Können bindungsängstliche Menschen lieben?

Das ist eine Frage, die sich nicht so einfach beantworten lässt, da die eigene Gefühlswelt etwas individuelles und persönliches ist.

Auffällig ist jedoch, dass Beziehungsvermeider, in der Anfangszeit oft starke Gefühle für den Partner haben, die mit der Zeit abhandenkommen, was entweder zur Trennung oder zu Distanzierung führt.

Hier wird Liebe mit Leidenschaft verwechselt. Verliebt sein ist ein Hormoncocktail, der in uns Menschen Leidenschaft entfacht. Flachen die Hormone ab, so sind vermeidend Bindungsängstliche überzeugt, dass sie ihren Partner nicht richtig lieben. Leidenschaft ist aufregend, unberechenbar, spannend und unsicher. Verliebt zu sein, ist nichts anderes als die Unsicherheit, den anderen eben (noch) nicht sicher an seiner Seite zu wissen.

Liebe ist ein sicheres und ruhiges Gefühl und genau hier wird es bindungsängstlichen Vermeidern schnell zu eng, sie fühlen sich gefangen und distanzieren sich in der Folge. Das kann innerhalb einer Ehe passieren oder auch dazu führen, dass Betroffene von einer kurzen Beziehung zur nächsten hecheln ohne wirklich je eine tiefe Verbindung einzugehen.

Der ängstliche Beziehungstyp spielt dieses Spiel mit. Da sich der Vermeider immer wieder entzieht, stellt sich bei dem ängstlichen nie Sicherheit ein. Die Liebe bleibt irgendwie immer unberechenbar, gleichzeitig aber auch spannend und aufregend. Das Verliebt sein wird so aufrechterhalten.

Viele ängstliche haben dann das Gefühl, der Vermeider sei die große Liebe und können schwer loslassen, obwohl sie sehr unter den Distanzierungsstrategien des Vermeiders leiden. Auch der ängstliche Typ verwechselt also Liebe mit der Leidenschaft des Verliebtseins.

Richtiges Verhalten bei Bindungsangst: 9 Tipps, wenn der Partner vermeidend bindungsängstlich ist

 

Als Partner eines Bindungsängstlichen kann es ganz schön schwer sein mit seinen Distanzierungsstrategien umzugehen. Hier finden Sie einige hilfreiche Impulse

  1. Sprechen Sie mit ihrem Partner darüber, was ihn beängstigt. Fragen Sie genau und konkret nach und signalisieren Sie Verständnis. Das macht es ihrem Partner leichter, offen mit dem Thema umzugehen.
  2. Vermeiden Sie es Forderungen zu stellen. Fühlt sich der Partner in die Enge getrieben, so wird er nur mit weiterer Distanzierung antworten. Je weniger Sie verlangen, desto eher wird er bereit sein, auf Sie zuzukommen
  3. Geben Sie dem Partner genügend Freiraum, für die Dinge die ihm wichtig sind. Seien Sie dahingehend großzügig und freuen sie sich für ihn, wenn er seine Me-Time genießt. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Vielleicht hilft Ihnen der Gedanke, dass Menschen sich dann gerne wieder annähern, wenn sie das freiwillig tun können, statt das Gefühl zu haben sich Erwartungen anpassen zu müssen.
  4. Äußern Sie ihre Bedürfnisse liebevoll und ohne Vorwurf. Sprechen Sie Wünsche, statt Forderungen aus. Wünsche sind ergebnisoffen. Das bedeutet, dass Sie auch ein Nein des Partners akzeptieren müssen.
  5. Bestärken Sie den Partner und machen Sie ihm Komplimente. Zeigen Sie ihre Wertschätzung für Dinge, von denen Sie wissen, dass sie ihn beängstigen und deshalb schwerfallen.
  6. Beziehung führen und Selbstbestimmtheit leben, schließen sich nicht aus. Gehen Sie dahingehend mit gutem Beispiel voraus. Ziehen Sie Grenzen da wo sie nötig sind und bleiben Sie gleichzeitig greifbar für den Partner. Das signalisiert, dass auch er Grenzen setzen darf, ohne sich emotional abzuschotten.
  7. Laden Sie ihren Partner aktiv dazu ein, die Beziehung mitzugestalten. Bindungsängstliche befürchten oft, dass sie in der Partnerschaft zu kurz kommen und sich in ihr verlieren könnten. Geben Sie ihm beispielsweise Bereiche der Partnerschaft ab, in denen er der Bestimmer sein darf.
  8. Für Vermeider ist Beziehung mit vielen negativen Gefühlen besetzt. Deshalb empfiehlt es sich viele positive Beziehungserlebnisse zu schaffen. Machen Sie dahingehend Angebote, ohne etwas zu erzwingen. Gemeinsam erlebtes, gemeinsame Hobbys oder Reisen können Verbindung und Vertrauen schaffen.
  9. Geben sie ausreichend Zeit. Beziehungsangst lässt sich nicht von heute auf Morgen lösen. Manchmal dauert es Jahre, bis Betroffene Sicherheit erlangen. Freuen Sie sich stattdessen über Fortschritte und scheuen Sie sich nicht davor sich auch bei ihrem Partner zu bedanken.

Kann man Beziehungsangst überwinden?

Bindungsangst ist keine Krankheit im pathologischen Sinne. Je nach Grad der Angst belastet sie die Beziehungen jedoch stark oder macht es fast unmöglich sich wirklich dauerhaft und tief auf jemanden einzulassen.

Um Beziehungsangst loszulassen und zu überwinden, ist es der erste Schritt damit getan, anzuerkennen, dass Sie Beziehungsängste haben. Es ist sinnvoll sich dann professionelle Hilfe zu holen. Betroffene können so ihren Ängsten auf den Grund gehen und herausfinden welche Muster ihre Beziehungen belasten und hilfreichere Verhaltensweisen erlernen. Ich unterstüzte Sie gerne mit einem Singlecoaching in München ihre Bindungsangst zu überwinden. Wenn Sie in einer Beziehung mit einem Bindungsängstlichen sind, kann ich Sie mit einer Paartherapie unterstützen.

Der Vermeider oder aktiv Bindungsängstliche hat typischerweise folgende Lernaufgaben:

  • Zu erforschen welche Ängste immer wieder in die Flucht treiben
  • Sich für Beziehung zu engagieren und Verantwortung zu tragen
  • Konfliktfähigkeit zu erlernen
  • Einen Umgang mit den inneren Ambivalenzen finden.
  • Eine Balance zwischen Selbstbehauptung und Hingabe zu erlernen
  • Gute Kompromisse auszuhandeln
  • Den Selbstwert zu steigern

Der ängstliche oder passive Bindungstyp hat typischerweise folgende Lernaufgaben:

  • Zu erforschen welche Ängste dazu führen sich an Beziehungen zu klammern
  • Die Angst vor Trennungen zu beleuchten und aufzulösen
  • Die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen
  • Die eigene Stimme in einer Beziehung zu finden
  • Gesunde Grenzen zu ziehen
  • Den Selbstwert zu steigern & sich selbst genug zu sein

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