Vom Umgang mit Verletzungen. Du selbst entscheidest…

Meine Freundin und sehr geschätzte Kollegin Denise Ritter hat einen wundervollen Blogbeitrag zum Thema Verletzungen geschrieben. Ihre Gedanken sind so schön, richtig und wahr, dass ich Sie einfach wiedergeben muss und eigene weitere Gedanken hinzufügen möchte.

Verletzungen. Wir erleben Sie alle. Es gibt Momente, da steht die Welt still. Weil ein geliebter Mensch gestorben ist. Oder einfach geht. Einen betrügt. Sich in jemand anderen verliebt. Es sich einfach anders überlegt hat. Oder weil Kinderlosigkeit Ihre Partnerschaft belastet. Sie die beste Freundin hintergangen hat….Oder, oder, oder…
Manchmal kommen Verletzungen mit einer Wucht, die uns ohnmächtig, hilflos, und fassungslos machen.
Manchmal sind es aber auch viele, viele kleine Spitzen, die in der Summe zu einer hässlichen, eitrigen Wunde werden, so dass wir eines Morgens nicht mehr aus dem Bett kommen.

Wie schnell wir Verletzungen heilen lassen, hängt natürlich einerseits von der Art und Weise der Verletzung ab, aber auch von uns selbst. Wir selbst haben in der Hand, wie viel Platz wir unseren Verletzungen geben möchten.

Dem Schmerz angemessenen Raum geben.

Es ist okay erstmal wütend, schockiert und gekränkt zu sein. Die Moralkeule zu schwingen. Sich unverstanden und ungerecht behandelt fühlen. Das kleine wütende Kind rauszulassen. Nach der Wut den Schmerz zu spüren: Gekränkt sein, ernüchtert, niedergeschlagen, ausgelaugt, enttäuscht und verletzt. Es ist erlaubt dann zu weinen und zu verzweifeln. Betrauere Dich und trenne Dich ggf. von der Zukunftsvision, die deine Verletzung unweigerlich mit sich bringt.
Gib dem Schmerz seinen ANGEMESSENEN Platz. Verdränge Ihn nicht. Sehe Ihn als Teil des Heilungsprozesses. Lass Ihn eine zeitlang mitschwingen. Und manchmal auch die Überhand gewinnen. Und langsam wird der Schmerz verblassen. Versprochen!
Gib Dir in dieser Zeit besonders viel Mitgefühl. Mache und umgab dich mit Dingen, die Dir gut tun.

Verharre nicht im Hamsterrad der Opferolle.

Nur Ewig ist das nicht sinnvoll. Denke daran dass Verletzungen, etwas mit Dir und Deinem Leben machen. Wie Du die Menschen, Dinge und die Welt siehst. Denke daran, dass Verletzungen Einfluss darauf haben, wie Du Dich fühlst und verhältst .
Wenn Du zulässt, dass sich Deine Verletzung weiterhin aufbauscht, bleibst du Opfer. Und es behindert dein Leben. Du wirst dann unweigerlich genau diese Art von Verletzungen unbewusst anziehen.

Was ist mir der Narbe?

Jeder Schmerz hinterlässt eine Narbe. Klar. Die einen größer, die anderen kleiner.
Aber müssen die Narben alle in deinem Herzen landen? Möchtest du Misstrauen, Hysterie und Bitterkeit signalisieren? Oder möchtest du Liebe, Vertrauen, Zuversicht und Offenheit ausstrahlen?
Dann suche einen geeigneteren Platz für deine Narbe. Vielleicht in der Kniekehle, am Rücken, am Ellenbogen. Einen Platz, wo du dich, wenn es NÖTIG ist an Ihn erinnern kannst und die NÖTIGE Vorsicht an den Tag legen kannst .
Wenn jemand in der Zukunft deine Narbe streift und die alte Verletzung vielleicht wieder mitspielen möchte, mache dir bewusst: vergangene Verletzungen haben wenig mit dem hier und heute zu tun. Sie können dir helfen deine Sinne zu schärfen und aufzuhorchen. Mehr sollten Sie aber nicht tun. ( Daran merkst du übrigens wie sehr du tatsächlich losgelassen hast). Falls doch, kann es dann hilfreich sein, deinen Mitmenschen, deine Narbe zu zeigen. Transparent zu sein. Und den anderen bitten besonders achtsam mit ihr umzugehen.

Erkenne dass, das Leben nur in einer Dualität existiert und das Freude und Glück nur dann spürbar sind, wenn wir Leid und Schmerz auch leben. Wenn du dich ehrst und für dich da bist, in wie guten und in schlechten Zeiten, dann werden Schmerz und Verletzungen langsam verschwinden.

Entscheide dich jetzt dafür. Aktiv.

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