Sex muss Spaß machen!!

Wie auf einem goldenem Tablett bekommen wir tagtäglich aufgetischt: Sex muss haltlos, berauschend und überwältigend sein.
Nie wurden wir so häufig im Fernsehen, im Internet oder in anderen Medien mit dem Thema Sex konfrontiert wie heute.
Wir werden überflutet von Bildern makelloser Schönheit, einer perfekten Performance und der totalen überirdischen Befriedigung.
Sex ist allgegenwärtig und er muss verdammt noch mal verdammt gut sein.Das erzeugt Druck in zwischenmenschlichen Beziehungen: ausschliesslich guter Sex scheint seine Daseinsberechtigung zu haben.
Ich möchte dazu einladen einen anderen Blickwinkel auf den Mythos „ Sex muss Spass machen „ einzunehmen.
Sex macht Spass. Sicherlich ist das oft zutreffend. Den meisten Menschen macht Sex in bestimmten Umständen mit einem bestimmten Partner Spass. Was daran ist dann also ein Mythos ? Der Mythos liegt darin, dass „Spass am Sex“ nur ein der unzähligen Erlebnissvarianten ist. Sex kann neben oder auch statt „Spass“ noch eine unendliche Zahl an bewussten und unbewussten Emotionen und Motiven hervorbringen: Sex kann Gefühle von Demütigung, Erniedrigung und Ohnmacht hervorrufen; genauso aber auch spüren wir Intimität und Nähe. Wie ein bunter Strauß Blumen können wir Sex haben: ängstlich, vertraut, nachdenklich, leichtfüßig, spannend, geheimnisvoll, dominant oder hemmungslos. Sex kann müde machen oder auch beschwingend wirken; genauso wie Sex Energie rauben oder eben auch geben kann.
Diese Liste könnte man unendlich weiterführen.

Sexualität sollte frei von Moral sein.

Wenn Sex statt Spass, beispielsweise Dominanz kommuniziert, darf er dann deshalb nicht statt finden? Ich denke schon, denn das Spass-haben-müssen-am-Sex als unbedingte Vorraussetzung für den Beischlaf nimmt uns Entscheidungsfreiheit. So nehmen sich Spass und Sex gegenseitig als Geisel. Wenn nur die allgemein positiv bewerteten Kriterien für eine vermeidlich gesunde Sexualität gültig sind, und das sexuell „ böse“ ausrangiert wird, so bleibt am Ende nur noch das moralisch akzeptierte Überbleibsel. Wenn wir aber statt dessen die unermesslichen Facetten von Sexualität mit weniger Werturteilen versehen, sondern als Emotionen die alle Menschen in unterschiedlichen Ausprägungen in sich tragen und ausleben, und auch ausleben dürfen, nimmt diese Perspektive den Druck aus der Situation. Im Klartext: Gleiches Recht für alle sexuellen Phantasien!Diese Sichtweise mag extrem verstörend wirken. Sie kann Angst machen und starke Wiederstände in uns hervorrufen. Sie eröffnet aber auch neue Möglichkeiten unseren sexuellen Wünschen Raum zu geben.

In der USA Erfolgsserie „How I met your Mother“ wird dieses Thema scherzhaft aufgegriffen. So findet Lilly, eine der Hauptdarstellerinnen, 50 mehr oder wenige banale Gründe für den Beischlaf mit dem anderen Geschlecht. Gehaltserhöhung oder Kalorienverbrennung waren nur zwei davon.
Welche gute und weniger gute Gründe finden Sie? Welches Gefühl rufen die „schlechten“ oder „banalen“ Gründe in Ihnen hervor?

Quellen: Ulrich Clement

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