Drei Dinge, die Gift für Ihre Beziehung sind.

1. Ein Beziehungskonto führen

Was heißt „ein Beziehungskonto führen“? Kurz gesagt: nachtragend zu sein. Wenn Sie Ihrem Partner immer noch vorwerfen, dass er vor fünf Jahren mal Ihren Jahrestag vergessen hat. Schnell entstehen so Teufelskreise in der Beziehung: „Ja, aber du hast damals auf der Party auch heftig mit diesem Typen geflirtet.“ Und schon stecken Sie mitten in einem Machtkampf. Wer hat in den letzten Wochen, Monaten oder Jahren den meisten Mist gebaut und so die Beziehung belastet? Und wer schuldet demnach dem anderen Partner etwas?

Warum es für die Beziehung ungesund ist:
Wenn wir ständig dem anderen seine Unzulänglichkeiten und Fehler der Vergangenheit unter die Nase reiben, dann rechtfertigen wir vor uns selber eine selbstgerechte Haltung in aktuellen Konflikten. „Dieses eine Mal, wo du sturzbetrunken um 9 Uhr morgens nach Hause gekommen bist…, da wird man ja jetzt mal ausgehen dürfen, ohne vorher Bescheid sagen zu müssen.“ Wir lenken von der Auseinandersetzung der Gegenwart ab und zeigen mit dem Finger auf die Fehler aus früheren Zeiten. Ziemlich manipulativ, denn: Der Partner soll sich für vergangenes noch immer schuldig fühlen. Langfristig entstehen aus solch ungelösten Konflikten, die auf einem Wer-hat-Schuld-Beziehungskonto landen, Wut, Unzufriedenheit und Bitterkeit. Und letztlich Distanz zum Partner.

Deshalb: Störfaktoren möglichst schnell, in einem ruhigen Moment, klären.

2. Subtile Hinweise geben – und hintenrum-sauer-sein.

Was es bedeutet: Statt einen Wunsch oder ein Anliegen offen und klar zu formulieren, machen Sie zynische Kommentare oder unterschwellige Spitzen, in der Hoffnung, Ihr Partner versteht, worum es ihnen geht.
Statt zu sagen, was Sie wirklich enttäuscht oder ärgerlich stimmt, finden Sie subtile Wege, um Ihren Partner wütend zu machen. Das rechtfertigt dann wiederum, dass Sie sauer auf ihn sein dürfen.

Warum es für die Beziehung ungesund ist:
Hintenrum-sauer-sein weist darauf hin, dass Sie in Ihrer Beziehung nicht offen kommunizieren – bestimmte Dinge haben Sie über das eine oder andere Thema verstummen lassen. Solch passiv-aggressives Verhalten entsteht, wenn Sie in Ihrer Beziehung nicht offen Ihren Ärger oder Ihre Unsicherheiten kommunizieren können, sondern fürchten müssen, dass Sie vom Partner für ebendiese verurteilt oder kritisiert werden.

Deshalb: Mit dem Partner besprechen, was Sie unsicher werden lässt. Um auf diese Weise schrittweise wieder offener kommunizieren zu können.

3. Den Partner für die eigenen Gefühle verantwortlich machen

Was es bedeutet: Sie kommen von einem stressigen Arbeitstag nach Hause. Auch mit dem Parkplatz haben Sie kein Glück, Sie sind zwanzig Minuten um die Häuser gekurvt. Ihre Laune sinkt in den Keller… Als Sie die Tür aufschließen, wünschen Sie sich eine warme Umarmung und Empathie Ihres Partners. Der telefoniert aber gerade noch geschäftlich und kann in diesem Moment nicht auf Sie eingehen… und ist gleich auch noch spontan auf eine Männer- oder Frauenrunde in der Kneipe verabredet. Er muss aber zum Generalanpfiff parat stehen, für Dinge, die Ihnen heute den ganzen Tag über die Leber gelaufen sind. Denn eigentlich müsste er ja wissen, was Ihnen jetzt gut tun würde.

Warum es für die Beziehung ungesund ist:
Wenn Sie Ihren Partner ständig (und umgekehrt) für Ihre Befindlichkeiten und Ihr Wohlergehen verantwortlich machen, entsteht Abhängigkeit. Wenn die Beziehung nur noch darin besteht, sich um den anderen zu kümmern, wird Liebe instrumentalisiert und benutzt. Für unser Wohlergehen sind wir nämlich in allererster Linie selber verantwortlich.

Deshalb: Die eigenen Bedürfnisse kennen und für Sie einstehen.

Diese Verhaltensweisen sind meist erlernt und passieren uns oft unbewusst. Es kann sich lohnen, näher hinzuschauen, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Beziehungsmuster Ihre Beziehung belasten.

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