Warum Sie wirklich Single sind.

Dauer SingleIch erlebe oft in meiner Praxis, dass attraktive, intelligente, freundliche Menschen – Leute, die eigentlich alles haben, was für Sie spricht – in meiner Praxis vor mir sitzen und sagen: „Ich verstehe nicht, warum ich Single bin.“[pullquoteright]Die Ursachen fürs Single-sein werden fälschlicherweise im Außen gesucht.[/pullquoteright]

„Dabei wünsche ich mir wirklich eine Beziehung.“ Dann bekomme ich erzählt, dass alle irgendwie nur Affären suchen, es eh keine tollen Männer oder Frauen mehr gibt, die Männer panisch werden, weil Frau einen Kinderwunsch verspürt, alle Singles, die noch übrig sind, mega einen an der Klatsche haben, der Traumprinz leider in Australien lebt und die eigene Karriere eigentlich ganz schön wichtig ist.

[quote] Viele Gründe fürs Dauer-Singlesein liegen in den in der Kindheit erlernten Beziehungsmustern und damit in einem selbst. [/quote]

Meine Klientin Andrea* klagte, dass die Männer immer wieder die Flucht ergriffen. Nach ein paar wundervollen, verliebten Wochen fing Andrea immer an zu klammern… Als ich Andrea danach fragte, wie sie aufgewachsen sei, erzählte sie, ihre Eltern hätten sich früh getrennt; sie beschreibt die Verhältnisse, in denen Sie aufwuchs, als zerrüttet. Ihr fehlte als Kind der Vater, der den Kontakt zur Familie mit der Scheidung abbrach. Andrea hat früh Ablehnung erfahren und dieses Gefühl mit in ihr Leben als junge Frau genommen. Sie wünschte sich sehnlichst einen Partner, und immer wenn sie auf jemanden traf, in den sie sich verliebte, fing sie nach kurzer Zeit das Klammern an. Sie wollte es unbedingt anders machen als ihre Eltern, sie wünschte sich eine Familie, ein Happy-End. Sie lebte aber genau wie ihre Mutter seit Jahren ohne Partner und konnte immer wieder das Gefühl der Ablehnung, dass ihr Vater ihr schon mit auf den Weg gegeben hatte, durchleben.

Wer selber keine Verbindlichkeiten eingehen kann, wird auch immer wieder auf Menschen treffen, die das auch nicht können.

Thomas*, der aus ganz ähnlichen Familienverhältnissen wie Andrea stammte, wurde als kleiner Junge von seiner Mutter verlassen. Er wuchs bei seinem Vater auf. Thomas hatte als Mittdreißiger flüchtige Affären, aber noch keine feste Freundin gehabt. Die Angst davor, wieder von einer Frau verlassen zu werden, war so stark, dass Thomas lieber erzählte und auch davon überzeugt war, er wäre einfach zu anspruchsvoll.
Dauer-Singles haben oft tolle Strategien entwickelt, um keine Beziehungen einzugehen. Zum Beispiel eine Liaison mit der verheiraten Frau, in der Hoffnung, sie würde sich irgendwann doch trennen. Der super Typ, bei dem mal wieder raus kommt, dass er doch eine Freundin hat. Das sind alles unbewusste Abläufe. Wer selber keine Verbindlichkeiten eingehen kann, wird auch immer wieder auf Menschen treffen, die das auch nicht können.
Alternativ hauen Dauer-Singles gerne ab, wenn es ernst wird, oder sabotieren, wie im Beispiel von Andrea, die mögliche Beziehung unbewusst, wenn es darum geht, sich wirklich auf eine Partnerschaft einzulassen.

Diese Beispiele haben keinesfalls Anspruch auf Vollständigkeit. Und sicher gibt es manchmal auch einfach widrige Umstände. Es kann sich jedoch lohnen, sich anzuschauen und die eigenen Beziehungsmuster vor Augen zu führen. Mit sich selbst in Beziehung zu gehen und sich so den Weg für Zweisamkeit zu ebnen.

 

*Alle Namen geändert

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