Wenn die Gefühle für den Partner auf einmal weg sind…

Angst

Manchmal passiert es, dass aus einem ganzen Schwarm von Schmetterlingen im Bauch plötzlich nur noch hässliche Raupen übrig sind. Auf einmal haben wir uns entknallt. Die Luft ist raus.

Nicht selten sind wir selber überrascht von diesem Umschwung.

Dahinter stecken oft ganz unbewusste Motive.

 

 

Verlust von Autonomie
Plötzlich empfinden wir eine unangenehme Enge. Der Partner ist uns zu viel. Wir haben Angst unsere Unabhängigkeit aufzugeben und sind überzeugt davon, dass wir uns an unseren Partner anpassen müssen und uns dabei selbst verlieren und aufgeben. Liebe wird tief im Inneren als Übergriffigkeit empfunden.
Erste Hilfe: Liebe bedeutet Kompromisse, ja. Liebe ist aber auch frei und sollte von beiden Partnern gestaltet werden.

Tiefes Misstrauen
Misstrauen entsteht in der Kindheit und/oder in gesammelten Beziehungserfahrungen und auch durch Traumata. Misstrauen schützt vor Fehlschlägen. Wir versuchen so unserer Verletzlichkeit zuvorzukommen. Wir wollen nicht blitzartig von einem (potentiellen) Schmerz getroffen werden. Wir inszenieren so unsere Liebeskatastrophe selber oder gehen erst gar nicht aus der hausgemachten Enttäuschungshaltung heraus.
Erste Hilfe: Vergegenwärtige dir: If you want to fall in love, you have to believe in love!

Die Angst vor dem Alleine sein
Manche Menschen haben Schwierigkeiten damit, alleine zu sein. Aus dieser Bedürftigkeit heraus wählen Sie Menschen, die nicht wirklich zu Ihnen passen. Kein Wunder, dass nach einer Zeit die verliebten Gefühle stark verblassen.
Erste Hilfe: Sei ehrlich zu dir selbst in der Partnerwahl. Lerne deine eigene Gesellschaft zu schätzen.

Die Angst vor Ablehnung
Hinter Ablehnung ist der tiefe Glaube verankert, so wie man ist nicht gut genug zu sein. In der Nähe zu einem Partner werden nämlich auch die schwierige Anteile in einem Selbst sichtbar, die teilweise alles andere als liebenswert sind. Um zu vermeiden sich mit allen Schwächen zu zeigen, liegt eine Trennung nahe / erscheint eine Trennung einfacher.
Erste Hilfe: Übe dich in Selbstliebe und akzeptiere dich als ganzen Menschen, mit deinen Stärken und deinen Schwächen.

Angst Liebe zu Empfangen
Liebe ist auch ein Geschenk, das wir annehmen sollten. Geschenke, Komplimente, liebevolle Gesten, körperliche Nähe werden als unangenehm und peinlich empfunden. Dahinter können meist in der Ursprungsfamilie erlernte Überzeugungen stehen, dass du nur geben darfst aber nicht empfangen, dass du Liebe nicht verdient hast oder aber nicht gelernt hast mit dir selbst liebevoll umzugehen. Nur wer Liebe zu sich empfindet, kann sie auch wahrhaftig empfangen und geben
Erste Hilfe: Auch hier gilt, sei gut zu dir und übe dich in Selbstliebe.

Liebe und Angst gehen immer Hand in Hand.

Sich auf eine Beziehung einlassen birgt immer ein großes Risiko. Wenn wir lieben, öffnen wir unsere Herzen, unseren Geist und unser Innerstes. Wir exponieren uns emotional und machen uns verwundbar – das ist beängstigend. Wenn wir uns verletzlich fühlen kann es sein, dass Angst und Zweifel eine dicke Mauer um unser Herz spannen, um uns vor Schmerz zu schützen. Das Herz weiß, dass Liebe auch weh tut. Liebe und Angst gehören unzertrennlich zusammen. Nur wer sich traut, kann auch eine Beziehung leben.

Und: Angst kommt in vielen Facetten: Irritation, Zweifel, (Gefühls)-Taubheit, Indifferenz, Unbehagen, Unsicherheit, Kränkung, Misstrauen, Ärger, Verletzung, Trotz, Überdrüssigkeit, Gehemmtheit, Distanzierung…

Das kann zu unterschiedlichen Verhaltensweisen führen.

  • Das EINE Haar in der Suppe suchen
  • Ernüchterung
  • Notbremse ziehen
  • Abebbung von Gefühlen
  • Impulsiver Rückzug aus angehenden Liebesbeziehungen
  • Trennung

Wenn deine Liebesbeziehungen immer wieder früh scheitern, du dem plötzlichen Gefühlstod immer wieder zum Opfer fällst, kann es sich lohnen deine Ängste zu überprüfen. Hier kann therapeutische Hilfe sinnvoll sein.

Vor was genau habe ich Angst?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass meine Angst zur Wirklichkeit wird?
Was kann ich wirklich verlieren wenn ich mich tief auf einen Menschen einlasse?
Was kann ich gewinnen wenn ich mich auf einen Menschen einlasse?
Wozu kann es auch gut sein, ein wenig Angst in der Beziehung zu haben?

Und ja, manchmal passt es auch einfach nicht. Wir entdecken Züge am anderen mit denen wir nicht umgehen können oder wollen. Werte, Bedürfnisse und Interessen, Wünsche für die Zukunft sind einfach nicht unter einen gemeinsamen Hut zu bekommen. Die Bilanz stimmt einfach nicht. Fair enough.

Dennoch kann es gleichzeitig lohnenswert sein sich zu fragen: Stimmt das große Ganze? Frage dich ehrlich, ob das, was du als Grund für eine Trennung angibst oder das plötzliche Erkalten deiner Gefühle ganz rational Sinn ergeben.

Erlaube dir, in der Liebe und nicht in der Angst zu handeln.

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