In wen verlieben wir uns? Wie verliebt man sich?

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Vor einiger Zeit habe ich hier einen Artikel von meiner Kollegin Nina Deissler gepostet – „7 Dinge, die bestimmen, in wenn wir uns verlieben“. In dem Artikel beschrieb Nina gut, welche Dynamiken bei der Partnerwahl eine Rolle spielen. Heute möchte ich darüber schreiben, welche unbewussten Faktoren maßgeblich dazu beitragen, wen wir attraktiv finden. Auch wenn noch vieles unerforscht ist, so haben Wissenschaftler schon einiges über das schönste aller Gefühle, die Liebe, herausgefunden.

Wie finden Paare einander? Und was muss passieren, damit es zwischen zwei Unbekannten funkt?

Wenn wir in Kontakt mit anderen treten oder treten wollen, so senden wir unbewusst eine Vielzahl von Zeichen aus und interpretieren mindestens genau so viele bei unseren Gegenüber…
Wie finden Paare einander? Und was muss passieren, damit es zwischen zwei Unbekannten funkt?
Je offener ein Mensch anderen gegenüber auftritt, desto höher sind auch seine Chancen, dass sich mehr entwickelt. Wer hingegen nie aus seinem Schneckenhaus herauskommt, der wird sich auch schwerer tun, jemanden kennenzulernen. Das ist nur ein Aspekt von vielen, die wir bewusst steuern können und somit auch lernen können.
Dennoch gibt es eine Reihe von Faktoren, die wir nicht beeinflussen können, und vieles deutet darauf hin, dass wir beim Flirten und Kennenlernen angeborenen Verhaltensweisen folgen. Denn wir prüfen unser Gegenüber mit allen Sinnen. Wie erfolgreich ein Flirt ist, wird also weniger von unserem Verstand als von unbewussten Mechanismen gesteuert.
Meist reicht ein Blick aus, um zu entscheiden, ob Mann oder Frau nun anbandeln möchten, und unser Instinkt ordnet in Bruchteilen von Sekunden ein, ob wir jemanden anziehend finden…
Studien haben herausgefunden, dass Frauen dann besonders attraktiv auf Männer wirken, wenn Sie symmetrische Gesichtszüge, eine hohe Stirn, große Augen und Brüste und hohe Wangenknochen haben. Besonders attraktiv sind diejenigen, deren Verhältnis zwischen Taille und Hüfte bei 0,7 liegt. (Was Frau also tatsächlich auf die Waage bringt, ist unwesentlich:).

Beim Flirten und Kennenlernen folgen wir angeborenen Verhaltensweisen.

Männer wirken dann auf Frauen besonders attraktiv, wenn Sie groß sind, eine schlanke Taille und breite Schultern haben. Dies scheint auf einen günstigen Gen-Cocktail  hinzuweisen.
Bei Frauen allerdings schwankt, abhängig vom Menstruationszyklus, der Geschmack! Während der fruchtbaren Tage stehen Frauen vor allem auf viel Testosteron – also breiter Kiefer, markantes Gesicht, maskuline Züge. Frauen vermuten unterbewusst, dass aus so einer Paarung besonders kräftige und robuste Kinder entstehen könnten. An den nicht fruchtbaren Tagen wiederum haben Frauen eher eine Faible für Männer mit weicheren Zügen.
Frauen, die die Pille nehmen, sind diesen Schwankungen allerdings nicht ausgesetzt, da kein Eisprung stattfindet.

Ob der Flirt oder das Kennenlernen gelingen, hängt aber nicht nur damit zusammen, ob wir äußerlich für attraktiv empfunden werden. Vielmehr sind unbewusste Gesten und Verhaltensweisen das ausschlaggebende Signal, ob ein Kennenlernen stattfindet.
Frauen werden dann angesprochen, wenn Sie nonverbal zeigen, Interesse an einem Flirt zu haben: Das können Blicke sein, eine offene Körperhaltung, sich auffällig oft über die Haare streichen, ein gestreckter Hals oder ein ansehnliches Dekolleté. Bis zu 70 solcher Zeichen senden wir im Flirtmodus pro Stunde aus!
Der nächste Schritt liegt traditionell beim Mann… Hat er die Signale richtig gedeutet, so kann das sprachliche Werben beginnen. Als aufmerksamer Beobachter kann man sehen, ob die Flirtenden einander sympathisch sind.

All unsere Sinne und Millionen von Neuronen spielen eine entscheidende Rolle, ob und in wen wir uns verlieben.

Gefallen Mann und Frau einander, so ahmen sie die Gesten des anderen nach. Nippt sie beispielsweise am Glas, so tut er es auch. Wer den anderen berührt, ist ihm oder ihr auch zugetan. Außerdem erhöht Körperkontakt positive Gefühle füreinander.
Kommen zwei sich im Gespräch näher, so wird auch ein weiterer wichtiger Sinn angesprochen: das Riechen. Forscher haben herausgefunden, dass der Geruch des anderen darüber Aufschluss gibt, wie ähnlich die Immunsysteme der potenziellen Partner sind. Wir ziehen den anderen für den Beischlaf eher in Betracht, wenn das Immunsystem dem eigenen nicht zu sehr ähnelt.  Dies macht evolutionär Sinn: Je weniger sich die Immunsysteme von Vater und Mutter überschneiden, desto höher liegen die Chancen, dass der Sprössling eine gute Mischung aus beiden Immunsystemen erhält und somit einer größeren Menge von Erregern gegenüber resistent ist.

Der bedeutendste Schritt beim Kennenlernen und Verlieben ist meist der erste Kuss. Beim Küssen werden fast alle Sinne in Anspruch genommen und die Liebenden können noch mal unbewusst überprüfen, ob die Botenstoffe miteinander harmonieren. Natürlich ist der erste Kuss aber auch etwas Romantisches!
An ihm kann aber auch alles scheitern… Stimmt die Chemie beim Küssen nicht, so berichten fast die Hälfte der Männer und sogar zwei Drittel der Frauen, kann die Ernüchterung so groß sein, dass das Kennenlernen endet. Natürlich ist der erste Kuss aber auch etwas Romantisches! Ist er schön, fliegen die Schmetterlinge im Bauch… so  steht dem, was nach dem Flirt kommen kann, nichts mehr im Wege! Vielleicht eine leidenschaftliche Nacht, vielleicht aber auch der Grundstein für eine Beziehung!

Vieles beim Kennenlernen passiert also ganz unbewusst; auf vieles haben wir aber auch Einfluss, und es kann sich lohnen, die eigene Liebesbiographie zu beleuchten, um neue Wege zu gehen!

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